Achtung: Die jungen Wilden kommen!

Sankt Peter-Ording – Sie sind jung, sie sind wild – und vor allem sind sie sehr schnell. Bei der Jugendmeisterschaft des Yachtclubs Sankt Peter-Ording (YCSPO) wurde manch altem Hasen angst und bange um seine Meriten, als er den Segelnachwuchs kreuzen und halsen sah, als säße er bereits seit vielen Jahren in einem Strandsegler. 

Regattaleiter Sven Harder hatte einen anspruchsvollen Viereck-Kurs auf der Plate gesteckt. Bei besten Bedingungen mit vier Windstärken konnten fünf Rennen in der Klasse Mini gestartet werden. Überragend segelte der erst 14-jährige Michel Boldyreff, an dessen Hinterreifen sich Titelverteidiger Fynn Beugholt festbiss, der wiederum von Justus Hanke verfolgt wurde. In allen Rennen segelte das Trio in dieser Reihenfolge durch das Ziel. Auf den Plätzen vier bis sechs folgten Bent Weber, Jan Luc Mahler und John Luik Mahrt. 

Auf welchem Niveau der Nachwuchs segelt, bewies er beim Friedrich-Gerlach-Pokal, der ebenfalls an diesem Wochenende ausgesegelt wurde. Michel Boldyreff und Fynn Beugholt setzten sich in der Mini-Klasse in der Spitze fest und konnten jeweils ein Rennen gewinnen, fuhren mehrmals auf zweite und dritte Plätze und ließen routinierte Segelveteranen ratlos und kopfschüttelnd zurück. Die Jugend schiebt langsam aber sicher die Senioren in Altersteilzeit. 

Schneller als der Wind: Sieger der Jugendmeisterschaft Michel Boldyreff (Mitte), Fynn Beugholt (rechts) und Justus Hanke

Anders in der Klasse 2, der Gentlemen-Class mit Frauenduldung. Nachdem am Samstag die Rennen – wieder einmal – der Flaute zum Opfer fielen, setzte am zweiten Regattatag der Grandseigneur aus Hattingen ein Ausrufezeichen. Drei Starts, zwei Siege für Kurt Wachkamp. Vom Pech verfolgt war Wolfgang Bartling noch bei der Pfingstregatta, dieses Mal blieb er von Bruch verschont und segelte souverän mit einem Sieg im dritten Lauf auf den zweiten Platz. Der erfolgsverwöhnte Jens Markowitz erwischte einen schlechten Tag, kam über den dritten Platz nicht hinaus. 

In der Klasse 3, der schnellsten Klasse, stahl der Belgier Ivan Ameele erst den deutschen Startern die Schau, dann den Sieg. Nach „konditionellen Problemen“ bei der Pfingstregatta und einem daraus resultierenden Abbruch der Rennen, nutzte der amtierende Europameister die Regatta als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die vom 29. September bis zum 5. Oktober in Sankt Peter-Ording ausgetragen wird. Drei Rennen, drei Siege gingen nach Belgien. Nur Lokalmatador Arnd Mahrt, Dritter bei der letztjährigen Europameisterschaft in Hoylake, konnte mit drei zweiten Plätzen einigermaßen Paroli bieten. Arne Kelm kam drei Mal nur als Dritter ins Ziel. Für den ambitionierten Kieler und Deutschen Meister von 2016 ein mittelprächtiges Ergebnis. 

Stark dezimiert ging die wiedererstarkte Standart-Klasse an den Start. Die Top-Piloten Manfred Nielsen und Waldemar Konopka fehlten. Schade, denn Neuzugang Kay-Enno Brink, der vergangenes Jahr noch in der Klasse 3 startete, scheint endlich die richtige Spur an seinem neuen Segelwagen eingestellt – und in selbige gefunden zu haben. Zwei der drei Rennen konnte er gewinnen. Das dritte Rennen ging an Stephan Naujoks. Auf den dritten Rang segelte Roland Heß. 

In zwei Wochen, am 16. und 17. Juni, findet dann die Internationale Deutsche Meisterschaft in Sankt Peter-Ording statt. Bei hoffentlich Wind an beiden Renntagen. 


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