Alles auf Grau – Euro Tag 3

Bretteville (jeb) – Beachtlich, wie viele verschiedene Grautöne der Himmel über der Normandie kennt. Von hellgrau über steingrau bis hin zu schwarzgrau war alles dabei, hübsch erfrischend angereichert mit Sprühregen und schweren Tropfen. Dazu ein starker Wind aus Süd. Das heißt an der Küste des Ärmelkanals: Kreuzen und Halsen. Die Piste konnte das Wasser zeitweise nicht mehr aufsaugen. Wäre der Strand eine Autobahn, der Rundfunk hätte vor Aquaplaning gewarnt. Ein grauer Tag, wie gemacht für eine graue Yacht.

Selten hat es eine Euro gegeben, wo an den ersten Tagen so viele Rennen gesegelt wurden. Nach drei Tagen hat die Klasse 3 bereits neun Wettfahrten ausgefochten, die Klasse 2 acht, Standart und Klasse 5 jeweils 6. Und das bei heftigen Bedingungen. Die Erschöpfung ist spürbar.

unnamed

Miniaturwunderland meets Strand. Briefing mit Fähnchen

 

Während viele ächzen und stöhnen, strahlen die Zähne von Hans-Werner Eickstädt, dem Piloten der grauen G-1, wie Perlenketten. In den ersten beiden Rennen dieses Tages setzte der Veteran hinter seinen Ambitionen auf einen Podestplatz ein Ausrufezeichen. Mit Platz 2 und 3 schob er sich in der Gesamtwertung weiter nach vorne. Zudem profitierte er davon, dass in der Klasse 3 die Dichte der Piloten so groß ist, dass auch seine direkten Konkurrenten in einigen Läufen patzten. Und auch Eickstädt sollte davor nicht gefeit sein. Im dritten Lauf kam alles anders. Bei starkem Wind und noch stärkerem Regen gestartet, pustete der Wind plötzlich noch ordentlicher, drehte schlagartig einmal im Kreis, um dann in einen minutenlangen Schlaf zu fallen. Bizarre Szenen auf der Piste: Einige Piloten drehten Korkenzieher, andere schoben. Mittendrin Eickstädt, der nur auf Platz 17 im dritten Rennen ins Ziel kam. Dennoch kletterte er auf den zweiten Platz im Gesamtklassement.

Zweitbester deutscher Pilot ist Arne Kelm auf Platz 15, der diese Euro nicht so recht in die Spur zu finden scheint, dritter ist Norbert Paulsen auf rang 22.

In der Klasse 2 hatte Jens Markowitz einen Lauf. Mit einem sechsten, vierten und dritten Platz meldete er sich zurück und schob sich als bester Deutscher auf Platz sechs in der Gesamtwertung. Es folgen Kurt Wachkamp auf Platz 8, gefolgt von Karsten Meyer auf Platz 9.

In der Klasse 5 konnte Sven Kraja an die beiden sensationellen Siege des Vortages nicht anknüpfen. Bei den widrigen Bedingungen musste er die Troika aus Frankreich ziehen lassen. Mit seinen beiden guten vierten Plätzen an diesem Tag liegt er in der Gesamtwertung aber immer noch auf dem Bronzerang – mit einem satten Vorsprung von acht Punkten auf den vierten. Auf den zweiten trennen ihn nur zwei Punkte. Heiko Hartmann liegt nach zwei sechsten Plätzen am gestrigen Tag und heute mit Rang sieben und acht in der Gesamtwertung auf Rang 9. Helge Bents auf Platz 18.

Bei den Standarts, dem Feld mit den meisten Teilnehmern,  konnte sich Manfred Nielsen zurück in die Top-Ten segeln. Dazu reichten ihm heute ein neunter und ein sechster Platz.

Nach den Rennen konnten sich die Piloten heute nicht erholen. Die Klassen tauschten die Strände. Ab morgen segeln die Klassen 2 und 3 in Bretteville, Standart und Klasse 5 in Denneville. Was das heißt: Im Regen Abriggen, Transport, wieder aufriggen.


Bisherige Anmeldungen