Brettern in Bretteville – Tag 1

Bretteville (jeb) – Einsteigen, bitte! Es geht wieder rund. Karussell fahren war am ersten Tag der Europameisterschaften angesagt. Auf dem Kurs in Bretteville-sur-Ay und im zehn Kilometer entfernten Denneville, wo die ersten Tage die Klassen 2 und 3 starten. Der Strand, breit und eben. Keine Priele, wenig Schikanen. Kräftiger Westwind, 4 bis 5 Beaufort. Allerdings in Teilen mit einem dünnen Film Wasser auf der Piste. Achtung: Aquaplaning! Der Kurs: rauf, runter, rauf runter. Wie auf der Kirmes. Ein Hochgeschwindigkeitsparcours, sechs Kilometer lang. Immer halber Wind. Und auch das hatte es in sich.

Die Ergebnisse des ersten Tages werden noch auf sich warten lassen. Etliche Proteste sind eingereicht. Es gab Crashs und Materialermüdung. Böse Unfälle blieben zum Glück aus. Am schlimmsten dürfte es das belgische YCSPO-Mitglied Bert Christiaens erwischt haben, dem bei einem Crash die Planke gebrochen ist und er sich den Arm geprellt hat – der mittlerweile auf Beinvolumen angeschwollen ist.

Auch das deutsche Team hatte in den Klassen 2 und 3 mit viel Bruch zu kämpfen. Meike Meyer (Klasse 3) wurde in einer Wende aus dem Rennen gekickt. Mit einer gebrochenen Achse konnte sie am ersten Tag nicht mehr in die Rennen eingreifen. Wolfgang Bartling erwischte es gleich zweimal. Im ersten Lauf zerfetzte sein Segel, im zweiten brach sein Mast. Das deutsche Klasse-2-Team konnte am ersten Tag nicht in die vorderen Ränge vorfahren.

Anders hingegen in der Klasse 3. Hans-Werner Eickstädt kam mit dem High-Speed-Kurs am besten zurecht, segelte im ersten Lauf auf Platz 2. Im zweiten Lauf dann das Malheur. In Führung liegend riss ihm die Schot. Trotz eines Stopps in der Boxengasse konnte er sich noch ins Mittelfeld zurück kämpfen. Im dritten Lauf belegte er den dritten Platz. Im Kampf um einen Podestplatz hat Eickstädt seine Ansprüche aber deutlich angemeldet. Der Deutsche Meister Arne Kelm konnte nicht in die vorderen Plätze fahren. Er hofft auf Morgen, wenn der Wind auf Süd drehen soll und der Kurs anspruchsvoller wird. Nils Münch fuhr in seiner orangen Extreme in den beiden ersten Läufe souverän als drittschnellster Deutscher. Im dritten Lauf kollidierte er gleich in der ersten Wende und musste das Rennen vom Strand aus verfolgen.

Licht und Schatten auch bei den Standart-Piloten. Manfred Nielsen erwischte es im ersten Lauf. Wegen eines Reifenschadens verlor er wichtige Plätze und landete im Mittelfeld. Im zweiten Rennen konnte er sich dann zurückmelden – und belegte den dritten Platz. Noch vor dem amtierenden Weltmeister.

Ähnlich lief es in der Klasse 5 bei Sven Kraja. Stark startete der Schleswiger im ersten Lauf mit einem dritten Platz. Im zweiten Lauf erlitt sein Segelwagen Bruch, Kraja düste in die Dünen. Bis morgen wird er seine Yacht aber wieder gerichtet haben.


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