Das dreckige halbe Dutzend – Euro, Tag 5

Bretteville (jeb) – Die Gentlemen haben wieder mal im Dreck gespielt. Geschafft sehen sie aus,  Sand in den Augen, die Wangen rot vom Wind, ein Bier in der Hand und ein Lächeln im Gesicht. Die erste deutsche Klasse-2-Mannschaft seit Jahren hält sich wacker. Unter den zwölf schnellsten Piloten der selbsternannten „Gentlemen-Class“ (wer hat sich das eigentlich ausgedacht?) sind sechs deutsche. Ein Grund zum Feiern.

dsc_0168

Die Klasse-2-Piloten Jens Markowitz, Karsten Meyer und Andy Gerlach (v.l.). Noch vor den Rennen

Schnellster Pilot aus dem Team mit den Penaten-himmelblauen Germany-Shirts ist Jens Markowitz, der sich von Rennen zu Rennen gesteigert hat. In den fünften Regattatag, der von Starkwind und Regen geprägt war, startete er vom Gesamtplatz vier aus – kurz hinter den Podestplätzen.  Es folgen Kurt Wachkamp, Wolfgang Bartling, Andy Gerlach, Marco de Pizzol und Karsten Meyer. Alle unter den ersten Zwölf. In der Teamwertung liegen sie auf Silberkurs. Zudem konnte Jens Markowitz heute einen zweiten Platz einfahren.

In der Klasse drei wollte Hans-Werner Eickstädt zurück aufs Podest, nachdem er in den Tag von Platz vier startete – punktgleich mit dem Dritten. Doch es sollte nicht sein Tag werden.

dsc_0147

Hans-Werner Eickstädt. Jedes Rennen alles anders

Morgens hingen dunkle Wolken über der Normandie, starker Westwind mit sechs Beaufort pfiff über den Strand, ließ die Flut nicht ablaufen. Erst mit Verzögerung konnte der Karussell-Kurs  gestartet werden – und der hatte es in sich. „So ein Rennen habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Veteran Paul Mahrt. Die Piste nass, der Wind stark, die Strecke in Teilen gefährlich. Gates mussten gesteckt werden, um die Yachten zwischen Seetang, Steinen (die dem Autor dieser Zeilen zum Verhängnis wurden) und Löchern hindurch zu manövrieren. Die Spitzenreiter preschten mit gemessenen 120 Stundenkilometer über den Strand – und als der Starkregen einsetzte war es, als ob jemand den Lichtschalter ausgeschaltet hätte. Die Sicht war so schlecht, dass man auf der Autobahn die Nebelschlussleuchte hätte einschalten müssen.

dsc_0166

Lecker Seetang, überall…

In den ersten beiden Rennen fuhr Eickstädt seinen Ansprüchen hinterher. Platz sieben und zehn. Der Kampf ums Podest schien verloren, doch aufgeben kam für ihn nicht in Frage. In den kurzen Rennpausen tauschte er Planke, Räder, Segel. Das einzige was blieb, war die graue Farbe des Rumpfes. Aber er schraubte sich nach vorne. Im dritten Rennen war er wieder in der Spur und das Lächeln wieder da: Platz 2. Der morgige letzte Regattatag wird spannend. Arne Kelm kam in den beiden ersten Rennen kurz hinter Eickstädt ins Ziel.

Auf dem zweiten Kurs in Denneville kämpften Klasse 5 und Standart. Für Sven Kraja war es wieder mal ein guter Tag. Er lag am Morgen in der Gesamtwertung auf Platz 3 – und auch noch am Abend. Mit einem siebten, zweiten und fünften Platz hat er schon mal einen Fuß fest auf das Podest gestellt.

svenneu

Sven Kraja bei der Vorbereitung zur Operation Bronze

Bei den Standarts hat Manfred Nielsen wieder einen Platz in den Top-Ten im Visier. Nach zwei Plätzen im Mittelfeld beendete er den Tag im dritten Rennen auf einem hervorragenden zweiten Platz. Zweitschnellste Deutsche ist Anke Münch vor Michael Müller.


Bisherige Anmeldungen