DM: Jetzt geht’s um Edelmetall

Sankt Peter-Ording (jeb) – Bei den Deutschen Meisterschaften der Strandsegler kämpfen am 17. und 18. Juni knapp 60 Piloten aus der gesamten Republik um Edelmetall. Gestartet wird in fünf Klassen, die sich in Größe und Segelfläche unterscheiden. Die Segelwagen erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern. Gesegelt wird auf der Sandbank südlich der Badestelle Bad in Sankt Peter-Ording, dem anspruchsvollsten Kurs in Europa. Tiefe Priele, Sandbankwechsel und stehendes Wasser auf der Strecke fordern den Seglern alles ab.

Die Deutsche Meisterschaft ist gleichzeitig die Generalprobe für die Europameisterschaft, die dieses Jahr im September in Irland und England stattfindet. Und noch etwas wird die Piloten anspornen: Die Regatta ist der erste von insgesamt sechs Blöcken für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018. Und die findet in Sankt Peter-Ording statt. Die Segler werden also alles geben, um bei diesem Event im kommenden Jahr vor heimischem Publikum dabei zu sein.

MINIYACHT

Das größte Teilnehmerfeld stellen die Miniyachten. Erstmals nahmen die kleinsten Strandsegler 2012 an einer Weltmeisterschaft teil, die der Schleswiger Segelmacher Sven Kraja damals für sich entscheiden konnte. Die kleinen, wendigen Flitzer sind längst zu hochmodernen Rennziegen getrimmt. Titelverteidigerin ist Barbara Starke (Hamburg). Als Favorit startet jedoch Sven Harder (Sankt Peter-Ording) bei den Deutschen Meisterschaften, der die Qualifikation für die Europameisterschaft für sich entscheiden konnte. Sein größter Konkurrent, Sven Kraja, startet in der Klasse 5.

 

Titelverteidigerin Barbara Starke (rechts) mit Anke Münch

Vize-Meisterin 2016, Gitta Steinhusen

 

Goldsucher Sven Harder

STANDART

Erstmals seit Jahren kann auch wieder in der Einheitsklasse Standart eine offizielle Deutsche Meisterschaft gesegelt werden, da die Mindestteilnehmerzahl erreicht wurde. Die Podiumsplätze dürften Waldemar Konopka (Hamburg), Manfred Nielsen (Buxtehude) und Roland Hess (Pinneberg) unter sich ausmachen. Das Trio hat in dieser Saison die Regatten dominiert.

Roland Hess gewann die Pfingstregatta

Manfred Nielsen siegte im vergangenen Jahr

Waldemar Konopka

KLASSE 3

Spannend wird es auch in der Klasse 3, der schnellsten Klasse. Amtierender Deutscher Meister ist Arne Kelm (Kiel), der in den vergangenen Jahren am Thron von Rekordmeister Hans-Werner Eickstädt (Emmerich) sägte. Eickstädt, gebürtig aus Sankt Peter-Ording, wird den Generationenwechsel aber nicht kampflos hinnehmen. Gute Chancen, den Zweikampf der beiden zu nutzen, hat Arnd Mahrt, der bislang eine seiner besten Saisons gesegelt ist. Der Sankt Peteraner hat die EM-Qualifikation in der Klasse 3 gewonnen und ist damit auch für die Deutsche Meisterschaft Favorit.

Titelverteidiger Arne Kelm

 

Titelaspirant Hans-Werner Eickstädt

Der Mann der Stunde: Arnd Mahrt

Fans des Segelsports werden unter den Piloten auch einen alten Bekannten entdecken. Roland Gäbler (Bremen), vierfacher Olympiateilnehmer und Bronzemedaillengewinner im Tornado, startet seit dieser Saison nach Jahren der Abstinenz wieder im Strandsegler. Der Europa- und Weltmeister im Katamaransegeln hat sich direkt für die Europameisterschaften in England qualifiziert. Dem Spitzentrio in der Klasse 3 dürfte er aber noch nicht gefährlich werden.

Kommt – man ahnt es – vom Wassersegeln: Roland Gäbler

Die Klasse 2 wird seit Jahren beherrscht von einem Zweikampf: Feinfühliger Taktiker gegen donnernde Gewalt. Bei wenig Wind ist Kurt Wachkamp (Hattingen) seit Jahren das Maß der Dinge.  Bei viel Wind trumpft Jens Markowitz (Juist) wie kein zweiter auf, brettert über die Sandbank, pflügt durch Priele. Bei der Europameisterschaft 2016 war er der dominierende deutsche Segler der Klasse 2. Aber er knabbert immer noch an einem Trauma. Bei den Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr war Markowitz gestartet, um Gold zu holen – und landete auf Platz vier. Blech statt Edelmetall. Wachkamp gewann vor Andy Gerlach (Würzburg) und Karsten Meyer (Kiel).

Der amtierende Meister: Kurt Wachkamp

Will nach Blech endlich Gold: Jens Markowitz

Wer die Rennen der Klasse 5 verfolgt, wird häufig ein Wort hören: „langweilig“!  Das bezieht sich nicht auf die Konstrukteursklasse an sich, sondern auf den dominierenden Segler. Wenn Sven Kraja (Schleswig) an den Start geht – ob in der Klasse 5 oder Miniyacht – dann steht der Sieger meist fest. Bei der internationalen Pfingstregatta überrundete er sogar den Zweitplatzierten, Heiko Hartmann (Emden).

Laaaangweilig: Sven Kraja. Welchen Platz er wohl belegen wird?

Die Rennen beginnen am Samstag um 10.30 Uhr, am Sonntag um 11.30 Uhr.

 

GROSSER DANK FÜR DIE FOTOS AN KAI-UWE EILTS


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