Erst ohne Segel, dann ohne Plan

Römö (jeb) – Auch wenn Segelmacher Sven Kraja es nicht gerne hören wird, aber Segel sind anscheinend total überbewertet. Am Samstag bretterten die Piloten der Klassen 2 und 3 bei der Internationalen Regatta auf Römö über den Strand – ohne Segel, nur mit dem Profilmast. Arnd Mahrt erreichte bis zu 67 Stundenkilometer. Der Wind wehte heftig an diesem ersten Regattatag über die gigantische Plate – mit sechs bis sieben Beaufort. Der Sand verwandelte sich in fliegendes Schleifpapier und massierte die Gesichter wie Peelingcremé. Die Regattaleitung entschied sich aus Sicherheitsgründen, am ersten Regattatag nur die Miniyachten starten zu lassen. Und auch die erreichten an die 100 Stundenkilometer. 

Finde den Fehler! Richtig, der Segelwagen hat keine Segelnummer. Und kein Segel. Am zweiten Tag fuhr Arnd Mahrt dann mit Segel, aber ohne Plan

Der Kurs war anspruchsvoll. Gestartet wurde mit halbem Wind, dann ging es vor dem Wind zur ersten Wendemarke, kreuzen zur orangenen Zone, dann wieder downwind durch ein Gate, von dort zur vierten Wendemarke. Fünf Rennen konnten die Minis am Samstag segeln. Später wurde der Kurs um die Schikane entschärft. Insgesamt gingen 18 Starter auf die Strecke, unter anderem auch Piloten aus den Klassen, die nicht starten konnten. So auch Heiko Hartmann und Manfred Nielsen, die sich harte Zweikämpfe lieferten, bis Heiko Hartmann wieder einmal seinem Ruf als Raubein gerecht wurde und Manfred Nielsen von der Strecke schoss. Nutznießerin war Gitta Steinhusen, die die Gesamtwertung für sich entscheiden konnte. Zweiter wurde der frisch gebackene Deutsche Meister Weber, der im letzten Rennen wegen des immer stärker werdenden Windes aussetzte. Dritter wurde Martin Kann aus Dänemark. Bravurös trotze der YCSPO-Nachwuchs dem Starkwind. Bent Weber und John-Luik Mahrt hielten in dem gut besetzten Feld tapfer mit. 

Am Sonntag hatte sich der Wind beruhigt, wehte jetzt mit vier bis fünf Beaufort. Perfekt für rasante und spannende Rennen der Klassen, die am Vortag nicht starten konnten. Dafür setzten die Minis aus. Arnd Mahrt hätte in der Klasse 3 in vier Rennen vier Siege einfahren können. Hätte, wenn er sich die Strecke eingeprägt hätte. So bemerkte er erst in der zweiten Runde, dass er eine Wendemarke ausgelassen hatte. Robert Jacobsen nutzte die Gunst der Stunde und siegte im ersten Lauf. In den noch ausstehenden Rennen konzentrierte sich Mahrt aber und ließ sich nicht mehr von der Spitze vertreiben. Im Gesamtklassement siegte er vor Roland Gäbler und Robert Jacobsen. Jens Markowitz gewann die Rennen der Klasse 2 – er war aber auch sein einziger Gegner. 

In der Klasse 5, die zeitgleich mit den großen Klassen startete, setzte sich Eckhard Stiller vor Heiko Hartmann. Dritter wurde Nils Schönfeld. 

So sehen Sieger aus: Gitta Steinhusen (Mini), Eckhard Stiller (Klasse 5), Arnd Mahrt (Klasse 3) und Sven Kraja (Standart)

Bei den Standarts wollte es Sven Kraja noch einmal wissen. Bei seinem Debüt in der Klasse in Sankt Peter-Ording hatte er alle Rennen mit großem Vorsprung gewinnen – und wieder keinen Herausforderer finden können. Die routinierten Piloten kochten vor Wut, als Kraja selbst den Zweitplatzierten überrundete. Auf Römö forderten sie Revanche. Aber auch diesmal gab es kein Pardon. Kraja siegte in alle drei Läufen. Manfred Nielsen fuhr auf Platz zwei vor Roland Hess.

Im Fußballerjargon würde man sagen: Auswärts ist der YCSPO ganz stark!

 

 

 


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