Euro – Tag 2: Mahrt macht mobil

Hoylake (jeb) – Der zweite Tag bei den Europameisterschaften in Hoylake war ein Tag mit viel Licht und noch mehr Schatten. Aber das lag nicht am Wetter. Für das Licht sorgte Arnd Mahrt aus Sankt Peter-Ording.

Hat allen Grund zur Freude: Arnd Mahrt

Die Angst vor ihm muss groß gewesen sein. Was hatten sie nicht alles versucht, diese Briten, um Arnd Mahrt und seinen Vater Paul von der Euro in Großbritannien fernzuhalten. Ryan Air hatten sie infiltriert, um den Flug zur Insel zu sabotieren. Sie hatten die Mahrts ein- und wieder ausgebucht, ihnen gedroht, sie seien zu spät und der Flieger längst weg. Doch Vater und Sohn kämpften sich von Hindernis zu Hindernis. Selbst die Sicherheitskräfte am Flughafen waren involviert, steckten Paul heimlich Kugelschreiber zu, damit die Schleuse grellrot aufleuchtete und Alarm schlug. Und dennoch tricksten sich die beiden Mahrts bis in den Flieger. Es scheint, es war ein gutes Training.

Und jetzt sind die Mahrts hier, in Hoylake, an der Westspitze der Halbinsel Wirral, zehn Kilometer südlich von Liverpool. Und drücken der Euro ihren Stempel auf.

Die Gentlemen der Klasse 2 beim… äh, der Meditation

Drei mal musste das Feld der Klasse 3 starten, ehe ein Rennen beendet werden konnte. Mal klaute die Flut die Wendemarke, mal schlief der Wind ein. Aber davon ließ sich Arnd Mahrt nicht beeindrucken und lieferte sich jedesmal mit Egon Plovier aus Belgien einen spannenden Kampf um die Spitze des Feldes. Auch im dritten Rennen.

Der Kurs glich einem Karussell, die Piste einem Waschbrett, flankiert von seichtem Sand. Der Wind pustete launisch mit halber Kraft und auch das halbe Feld musste zeitweise schieben. Auch Favoriten wie Hans-Werner Eickstädt (YCSPO) oder Olivier Imbert (Frankreich) wurden von den Flautenlöchern verschluckt. Arnd Mahrt scherte das wenig. Er biss sich auf dem zweiten Platz fest, deutlich vor dem Drittplazierten Amaury Lequette aus Frankreich. Eickstädt musste sich mit dem elften Platz begnügen. Die anderen YCSPO-Segler tauschten die Platzierungen munter untereinander, wie den schwarzen Peter. Am Ende kam Paul Mahrt als Dritter ins Ziel, nachdem er zwischenzeitlich ans Ende des Feldes durchgereicht worden war. Die einsetzende Flut beendete nach einem Rennen den Regattatag für die Klasse 3.

Mehr Action als bei den Rennen: Das Essen ist da!

Die Gentlemen der Klasse zwei haben sich für diese Europameisterschaften viel vorgenommen. Das seichte Windchen spielte besonders Kurt Wachkamp in die Karten. Der gewiefte Taktiker aus Hattingen spielte sein Geschick an der Schot am besten aus, kam als Vierter ins Ziel. Zweitschnellster Deutscher wurde Andy Gerlach (Würzburg) auf Platz sieben, gefolgt von Jens Markowitz (Juist) auf Platz elf. Es war einfach nicht sein Wind – und auch nicht sein Tag. Als Markowitz nach den Rennen noch trainieren wollte, zerlegte er seinen Vorderreifen. Der Wahlitaliener, Karsten Giacomo Meyer, beendete das Rennen auf Platz 9.

Warten auf den Wind: Roland Gäbler

Für die Klasse 5 begann der Tag mit einer schlechten Nachricht. Sven Kraja, der dritte der letzten Europameisterschaft, verzichtete krankheitsbedingt auf den Start. Im Bett liegend konnte er vom Fenster aus die Rennen verfolgen. Und ausgerechnet die Klasse 5 schaffte an diesem Renntag zwei Rennen. Bitter für Kraja. Dass in dieser Woche noch so viele Rennen gefahren werden, dass er zwei Streicher geltend machen kann, scheint unwahrscheinlich. Und ohne ihn scheint das Klasse-5-Team orientierungslos. Schnellster Deutscher war nach zwei Rennen Heiko Hartmann auf Platz 15, Helge Bents liegt auf Platz 19. Nur einen Platz vor Sven Kraja.

 


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