Jetzt geht’s um Edelmetall

 

Sankt Peter-Ording (jeb) Auf die Sommerpause folgt für die Strandsegler gleich der Monat der Titelkämpfe. Am ersten Septemberwochenende, am 5. und 6. September, kämpfen am Strand von Sankt Peter-Ording die Piloten um die Deutsche Meisterschaft. Zwei Wochen später steht die Europameisterschaft im belgischen De Panne im Kalender, für die sich die zehn besten Segler jeder Klasse bereits in sechs Ausscheidungsregatten qualifiziert haben.

Strandsegeln gehört zu Sankt Peter-Ording wie die Pfahlbauten und die salzige Luft. Der Ort an der Spitze der Halbinsel Eiderstedt ist das Mekka einer Sportart, die sonst nur noch auf den ostfriesischen Inseln wie Borkum, Langeoog oder Norderney ausgeübt werden kann. Nirgendwo sonst in Deutschland bietet die Natur diesen harten Strand, kilometerlange Pisten über weite Sandbänke und tiefe Priele. Die Yachten erreichen bei optimalen Bedingungen Geschwindigkeiten von weit über 100 Stundenkilometern. Strandsegler können problemlos die dreifache Windgeschwindigkeit laufen. Den Kurs durch Priele und knietiefe Wasserlöcher bestimmen die Gezeiten. Denn nur auf einem schmalen Streifen, den das Meer bei Ebbe freigibt, können die Segler fahren.

Strandsegeln Mai 2015 SPO 1 d-39

Nasse Angelegenheit: Norbert Paulsen in seiner Yacht G 27

In zwei Klassen geht es Anfang September um offiziell um den Deutschen Meistertitel. In der Klasse 3, der sogenannten Formel-1 des Strandsegelns, und bei den Miniyachten, der kleinsten und jüngsten Klasse. Da die Deutschen Meisterschaften nach den Statuten des Deutschen Segel Verbandes (DSV) ausgeführt werden, müssen mindestens 15 Teilnehmer pro Klasse an den Start gehen. In zwei weiteren Klassen, mit weniger Teilnehmern, geht es daher „nur“ um die Deutsche Bestenermittlung. Das betrifft die  Klasse 2 und Standart.

Als Favorit bei der Klasse 3 geht Hans-Werner Eickstädt an den Start. 25 Mal konnte sich der gebürtige Sankt Peteraner bereits den Titel sichern. Auch wenn er sich in den vergangenen zwei Jahren jeweils mit dem zweiten Platz begnügen musste. Vergangenes Jahr gewann Ivan Ameele, im Jahr zuvor Arne Kelm.

Für die Europameisterschaften hat Eickstädt einen Platz auf dem Podium im Visier. „Alles ist drin“, sagt Eickstädt. „Vom ersten bis zum siebten Platz.“ Das Feld der Toppiloten sei in den vergangenen Jahren sehr eng zusammengerückt. Gerade die jungen Segler aus Frankreich machten den alten Platzhirschen das Leben auf der Strecke schwer. Bei den Deutschen Meisterschaften dürften Eickstädts stärkste Konkurrenten Arnd Mahrt aus Sankt Peter-Ording, Christoph Hanke aus Hamburg und Arne Kelm aus Kiel sein. Für spannende Rennen ist also gesorgt.

Strandsegeln Mai 2015 SPO 1 d-52

Favorit: Der Schleswiger Segelmacher Sven Kraja in seiner Klasse-5-Yacht

Bei den Miniyachten, im größten Starterfeld mit 20 Teilnehmern, dürfte schon vor den Rennen der Sieger feststehen. Sven Kraja, Segelmacher aus Schleswig, scheint ein Dauerabonnement auf den ersten Platz gelöst zu haben. In kaum einem Rennen in der Saison duldete er einen Kontrahenten vor ihm. Kraja dominiert die Klasse nicht nur national. Auch international gilt er als einer der Favoriten für die Europameisterschaften. Bei den Miniyachten und der Klasse 5. 2012 wurde Kraja Weltmeister bei den Miniyachten, vergangenes Jahr holte er bei der WM auf einem Salzsee in den USA zwei Bronzemedaille – bei den Miniyachten und der Klasse 5, der Konstrukteursklasse.

Spannend werden aber auch die Rennen der Klasse 2. Erstmals seit Jahren muss sich Kurt Wachkamp mit starker Konkurrenz messen. Andi Gerlach (Würzburg) und Jens Markowitz (Juist) sind in dieser Saison erstmals in der Klasse 2 am Start. Nicht zu vergessen Karsten Meyer (Kiel), der schon seit Jahren versucht Wachkamp Paroli zu bieten – und immer dichter an die Spitze heran segelt.

Ebenso wie bei den Miniyachten dürfte das Ergebnis bei den Rennen in der Klasse Standart schon feststehen: Für Waldemar Konopka dürfte die Bestenermittlung nicht mehr als ein Warmfahren für die Europameisterschaft sein.

Die Rennen zur Deutschen Meisterschaft beginnen am Samstag, 5. September, um 10. 30 Uhr, am Sonntag, 6. September, um 11 Uhr. Start ist jeweils südlich der Badestelle Bad. Zuschauer sind herzlich willkommen.

Die Bilder stammen von der Ford-Fotogruppe. Herzlichen Dank! 


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