Kraja kann’s – Euro, das Finale

Bretteville (jeb) – Segeln kann er, feiern kann er. Und dazu hatte Sven Kraja allen Grund. Als einziger deutscher Pilot schaffte es der Segelmacher aus Schleswig in einer Einzelwertung bei der Europameisterschaft aufs Podest zu fahren – in der von Franzosen dominierten Klasse 5. Nach zwei siegreichen Rennen am zweiten Regattatag, war Kraja auf Rang drei in der Gesamtwertung geklettert. Und an diesem Platz klebte er wie Teer am Strand zwischen den Fußzehen.

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Sven Kraja bei der Siegerehrung

Am letzten Regattatag setzte Kraja noch mal ein Ausrufezeichen und segelte erneut einen Tagessieg ein. Die Bronzemedaille war ihm nicht mehr zu nehmen. Und das feierte Kraja ausgiebig. Als Krönung gab es noch einmal Silber in der Mannschaftswertung zusammen mit Heiko Hartmann und Helge Bents oben drauf.

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Das schmeckte ihm…

Es war eine Europameisterschaft der Extreme. Darüber waren sich alle einig. Jeden Tag konnte bei gutem Wind gesegelt werden. Der breite Strand an zwei Orten erlaubte schnelle Kurse bei meist halben Wind. Nicht unbedingt das, was die deutschen Strandsegler lieben. Und noch nie wurden so viele Rennen bei einer Meisterschaft gesegelt. In der Klasse 3 waren es 18! Keines davon unter 30 Minuten. Ein Rennen hatte Hans-Werner Eickstädt mit über 50 Kilometer gemessen, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 80 Stundenkilometer. Maximum: über 115 km/h.

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Silber für Team der Klasse 3 mit Hans-Werner Eickstädt, Arne Kelm und Norbert Paulsen

Die tragische Figur der Euro ist damit auch schon erwähnt: Hans-Werner Eickstädt. Er kämpfte verbissen um eine Medaille, lag zwischenzeitlich auf dem Silberrang, stürzte ab, rappelte sich wieder auf, rechnete, schraubte und wechselte Segel mehr als andere Unterwäsche – und fuhr am letzten Regattatag zwei zweite Plätze ein. Doch der dritten Lauf verhagelte ihm die Aufholjagd. Am Ende lag er nach 18 Rennen nur einen Punkt hinter Bronze. Immerhin in der Mannschaft konnte er zusammen mit Arne Kelm und Norbert Paulsen die Silbermedaille nach Hause holen.

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Das Team der Klasse 2: Kurt Wachkamp, Jens Markowitz und Wolfgang Bartling. Auch sie holten Silber

Für die Klasse 2 war es eine Premiere seit vielen Jahren. Endlich war wieder ein deutsches Team bei einer internationalen Meisterschaft angereist – und beeindruckte die Gegner mit einer starken Mannschaftsleistung. Jens Markowitz verpasste als Vierter in der Gesamtwertung nur knapp das Podest, segelte aber mit Kurt Wachkamp und Wolfgang Bartling zu Silber. Chapeau!

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Bronze für die Standart-Segler Anke Mönch, Manfred Nielsen und Michael Müller

Und auch bei den Standartfahrern gab es noch einmal Edelmetall in der Mannschaft. Manfred Nielsen, der sein Ziel in der Klasse mit den meisten Startern knapp verfehlt hatte, nämlich mindestens unter die Top-Ten zu segeln, sicherte sich zusammen mit den Newcomern Anke Münch und Michael Müller den dritten Platz in der Teamwertung.


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