Neues aus Pjöngjang

Sankt Peter-Ording – Beim Yachtclub Sankt Peter-Ording standen wieder mal die mit Spannung erwarteten Vorstandswahlen an. Würde jemand versuchen wollen, Präsident Christoph Hanke und seinen schneidigen Adlatus Karsten Meyer zu stürzen? Oder plant der Honorarkonsul aus Kiel gar selbst, den Thron zu besteigen? Will etwa jemand, kurz vor der Weltmeisterschaft 2018, die Kontrolle über die prall gefüllte Kasse des YCSPO übernehmen? Wieso tritt der Sportwart eigentlich immer als Blockwart auf? Und wo hat der Jugendwart eigentlich die ganzen Jugendlichen versteckt? Alles Fragen, die sich das Wahlvolk natürlich nicht stellte. Stattdessen zauberte Präsident Christoph den altgedienten Recken Heia Lange als Wahlleiter auf das Podium, der die Kader gut gelaunt dazu antrieb, im richtigen Moment die Arme zu heben. Ganz demokratisch verlief die Wahl dann auch ohne einen einzelnen Gegenkandidaten und ohne eine einzige Gegenstimme. Gönnerhaft enthielt sich der jeweilige Vorstand bei seiner Wiederwahl des Votums und ließ sich dafür feiern. Nordkorea lässt grüßen.

Dieses Bild hat – wie das Aufmacherbild – inhaltlich nichts mit dem Text zu tun. Aber ein Hund in einem Segelwagen klickt sich immer besser, als ein Foto mit dem neuen, alten Vorstand

Aber mal ehrlich? Wer will auch schon kurz vor einer Weltmeisterschaft in ein Gremium gewählt werden, das die Organisation einer Großveranstaltung stemmen muss? Vor einem solchen Mammutprojekt grenzt das an maßlosen Masochismus. Dem lapidaren Satz von Christoph Hanke, „Die WM kann kommen, wir sind vorbereitet“, sind Wochen und Monate intensiver Vorbereitung vorausgegangen. Am einfachsten lassen sich komplizierte Sachverhalte an Alltagssituationen erklären. Nehmen wir ein Beispiel, das den meisten Clubmitgliedern geläufig sein müsste. Ein leckeres Bier.

Beamen wir uns nun in den September. Sankt Peter-Ording, blauer Himmel über endlosem Strand, frischer Wind lässt die Fahnen der teilnehmenden Nationen an den Masten klappern. 150 Piloten kämpfen um Gold, Silber und Bronze, oder leben den Olympischen Gedanken, während sie das Feld erbarmungslos vor sich hertreiben. Nach den Rennen, na klar, erstmal ein Bier. Es sind nur ein paar Schritte vom Fahrerlager am Strand in das große Zelt am Yachthafen, der Rücken schmerzt, aber aufgestützt am Tresen lässt es sich aushalten. Das kühle Blonde lässt die Schmerzen vergessen. Ahhh – schmeckt das gut.

Für alle, die diese Situation als selbstverständlich einstufen, denen sei gesagt. Nö! Ist es nicht. Für dieses Bier haben viele Leute sehr viele Stunden Freizeit geopfert. Um überhaupt das Zelt aufstellen zu dürfen, bedufte es etlicher Behördengänge und noch mehr Genehmigungen. Wo darf das Zelt stehen, wie muss es gesichert sein, wie beschaffen, wie laut darf es in dem Zelt sein. Und davor. Und überhaupt bis wann? Wo sind eigentlich die Toiletten?

Dann musste das Zelt besorgt werden. Möglichst günstig, versteht sich. Verschiedene Angebote wurden angefordert und diskutiert. Ach ja, worauf wollen wir eigentlich sitzen? Tische und Stühle müssen her, ein bisschen Deko, eine Bühne, vielleicht ein DJ oder sogar eine Band? Wie sieht es mit der Theke aus, den Kühlschränken. Ein Anbau für das Catering, ja das wäre fein. Und nicht zu vergessen ein drittes Zelt als Büro für die Jury. Strom muss her, natürlich auch Wlan, damit der Pilot ein Bild posten kann, wie er am Tresen steht und das Bier trinkt. Apropos Bier – welche Marke eigentlich? Zu welchem Preis? Oder sollten wir doch och einmal versuchen, einen Sponsoren zu suchen? Und wer serviert das Bier eigentlich?

Oh, wir brauchen Helfer, viele Helfer. Im Zelt, im Clubhaus und natürlich die vielen fleißigen Hände, die auf der Strecke für Ordnung und Sicherheit und tolle Rennen sorgen. Die Pointers, die Rennleiter, die Jury, die Posten an den Wendemarken. Der Abschleppdienst für die geborstenen Yachten und der Rettungswagen für deren Piloten. Das ganze nicht für einen Kurs, auch nicht für zwei, sondern für drei, damit die Piloten viele Rennen segeln können, bevor sie abends ihr hart erkämpftes Bier im Zelt trinken, während viele der Helfer noch aktiv sind – draußen auf der Strecke und drinnen im Zelt oder Clubhaus. Viele von ihnen waren schon zu Gange, da drehte sich mancher Pilot noch einmal im Bett um. Denn wenn die Segler den Strand betreten, wollen sie sofort die Wettfahrten starten.

Deshalb kann man den Organisatoren und Helfern, die bereits jetzt sehr viel Freizeit für die Planung opfern und geopfert haben, gar nicht genug danken. Und auch nicht den großzügigen Spendern. Wie der Firma Jokisch, namentlich Andreas Pawlik, der nicht nur neue Funkgeräte spendete, sondern dazu auch noch reichlich Bares. Oder der Segelmacherei Frogsails, namentlich Sven Kraja, der  seit Wochen und Monaten Armbänder für die Piloten entwirft und fertigt, die gleichzeitig die Eintrittskarten für die Social Events sind. Oder Klaas Mahler, der das Logo für die WM entworfen hat, das so gelungen ist, dass das Modehaus Richter in Sankt Peter-Ording bereits eine Kollektion damit bestückt hat. Oder die Messe Boot & Fun aus Berlin, die, begeistert von unserem Sport, ein Filmprojekt über die WM finanziell unterstützt, das der Autor und Filmemacher Stephan Boden (aka Digger) umsetzt.

Vieles ist bereits getan, aber vieles steht noch an. Dem neuen alten Vorstand und den Helfern stehen noch stressige Monate bevor, ehe der Startschuss für die Weltmeisterschaft am 29. September fällt. Hoffen wir, dass der Vertrauensvorschuss bei der Wahl belohnt wird. Die letzte Wahl, bei der es so viel Zustimmung gab, dürfte die von Martin Schulz zum SPD-Vorsitzenden gewesen sein. Wir wissen alle, wie das geendet hat….

Dieses Foto ist der Beweis für die Hunde-Bild-These. Für alle, die es dennoch interessiert: Links im Bild ist Christoph Hanke

Der neue alte Vorstand besteht aus: Christoph Hanke (1. Vorsitzender), Karsten Meier (2. Vorsitzender), Andrea Koch (Finanzen), Andreas Pawlik (Sport und Sicherheit), Sven Harder (Jugend), Paul Mahrt (Technik), Kirsten Anton (Sekretariat), Jens Brambusch (Presse) und Jürgen Raths (Beisitzer).


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