Pfingstregatta: the fast and furious

Sankt Peter-Ording (jeb) Es ist das Highlight der Saison. Bereits zum 55. Mal wird in Sankt Peter-Ording die internationale Pfingstregatta der Strandsegler ausgetragen. Teilnehmer aus ganz Europa werden sich am 14. und 15. Mai auf der kilometerlangen Sandbank vor der Halbinsel Eiderstedt spannende Wettkämpfe liefern. Gestartet wird auf zwei unterschiedlichen Kursen. Bei optimalen Windverhältnissen erreichen die Boliden aus Kohlefaser Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Speed wie auf der Autobahn, angetrieben nur von der Kraft des Windes.

Für die deutschen Piloten, so werden die Strandsegler offiziell genannt, ist die Pfingstregatta nicht nur Teil des Eurocups, einer Serie, die an verschiedenen Stränden in ganz Europa ausgetragen wird, sondern auch Teil der Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaft, die dieses Jahr im Spätsommer in Frankreich stattfindet. Nur die zehn besten Piloten einer Klasse dürfen bei den Titelkämpfen starten. Und so sind heiße Rennen um die begehrten WM-Tickets an diesem Maiwochenende garantiert.

Die Sandbänke von Sankt Peter-Ording sind legendär, anspruchsvoller als jedes andere Revier in Europa. Während eines Rennens kann sich die Piste stark verändern. Das abfließende Meer gibt immer neue Sandbänke frei, Priele schlängeln sich durch die kilometerlange Strecke, verebben oder verwandeln sich in knietiefe Ströme, kaum mehr zu durchqueren. Die Zuschauer können sich auf spektakuläre Zweikämpfe und Szenen freuen.

Strandsegeln ist die schnellste Sportart unter Segeln. Oft heben die Landyachten mit allen drei Reifen vom harten Sand ab, wenn sie ungebremst auf eine Prielkante knallen. Meterhoch spritzt das ablaufende Wasser auf der Piste, raubt den Piloten die Sicht. In Böen steigen die Wagen auf zwei Räder, millimetergenaues Spiel mit der Schot entscheidet darüber, ob der Wagen Geschwindigkeit aufnimmt oder umgeworfen wird. Strandsegler können die dreifache Windgeschwindigkeit laufen.

Am Pfingstwochenende wird in fünf Klassen gestartet. Die Klassen unterscheiden sind in der Konstruktion der Segelwagen, in Material und Segelfläche. Waren Strandsegler vor einigen Jahren noch Eigenkonstruktionen der Segler, hat sich die Sportart mittlerweile professionalisiert. In der Klasse 3, der schnellsten Segelklasse, kostet ein neuer Wagen beispielsweise um die 16.000 Euro.

Start der Pfingstregatta ist am Samstag um 11.45 Uhr, am Sonntag um 12.30 Uhr auf der Sandbank südlich der Badestelle Bad. Zuschauer sind herzlich willkommen.


Bisherige Anmeldungen