Spieglein, Spieglein… Euro, Tag 4

Bretteville (jeb) – … an der Wand, wer ist der Schnellste im ganzen Land? Die Erwartungen im deutschen Team an den Tag nach dem chaotischen Umzug der Regattastrecken war groß. Kann Hans-Werner Eickstädt seine Position auf dem zweiten Platz verteidigen? Oder sogar noch weiter nach vorne fahren? Schafft Sven Kraja wieder eine Sensation und deklassiert die übermächtigen Franzosen wie am zweiten Tag? Und kann Manfred Nielsen weiter in der Top-Ten nach vorne fahren. Sein Ziel: Platz fünf! Für Überraschungen sollte an diesem Tag gesorgt sein. Vor allem ein Klasse-2-Fahrer, der nach dem ersten Tag den Beinamen Quax verdient gehabt hätte, sorgte für Staunen und Raunen.

Der Tag begann versöhnlich. Die Sonne, sie war wieder da. Das Grau, der Regen, der kräftige Wind – Vergangenheit. Stattdessen eine laue Brise, aber immerhin genug, um segeln zu können. Das Wetter schien sich entschuldigen zu wollen.

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4,9 Meter pro Sekunde. Kurt Wachkamp misst den Wind

Deutschlands Titelaspirant in der Klasse 3, Hans-Werner Eickstädt, verging sein gestriges Dauerlächeln aber schnell. Wie Perlen an einer gerissenen Kette purzelten die Mundwinkel nach unten, als er seinen Segelwagen aufriggte. Sein Segel – gerissen. „Maschine kaputt“, kommentierte er nur knapp mit Sorgenfalten tief wie der Böhler Priel auf der Stirn.

Mit drei Windstärken wehte der Wind aus West. Da war es wieder, das gefürchtete Karussell. Der Kurs, sieben Kilometer die Runde, mit Tonnen von Seegras auf der Strecke, das einen Geruch wie eine Fischmehlfabrik verströmte, dazwischen Steine und Kies. Kein leichter Kurs. Plattfüße, fallende Masten, knacksende Planken – alles war dabei.

Drei Rennen fuhren die Klassen 2 und 3. Das Ergebnis des dritten Rennens ist noch nicht bekannt gegeben. Doch für Eickstädt lief es wie befürchtet. Mit dem Ersatzsegel fehlte die Endgeschwindigkeit. Platz 6 im ersten Rennen, Platz 9 im zweiten. Auch der dritte Lauf brachte keine Besserung. Im Gesamtklassement wurde er vom Podest verdrängt. Und nächtigt auf Platz 4. Besser lief es für Arne Kelm. Mit zwei siebten Plätzen in den beiden ersten Rennen, machte er wichtige Punkte gut. Im dritten Rennen stoppte ihn dann ein Plattfuß.

Auf dem Kurs in Denneville kämpfte Sven Kraja um seinen dritten Platz in der Gesamtwertung. Die Strecke mit ihrem breiten Strand erlaubte es für die kleineren Yachten einen anspruchsvollen Kurs zu stecken mit einigen Schikanen, so dass das Karussell vermieden werden konnte. Kraja belegte in den drei Rennen zwei mal einen siebten Platz, einmal segelte er auf den dritten vor. Ein Ergebnis, mit dem der Segelmacher aus Schleswig, vollauf zufrieden ist – denn in der Gesamtwertung liegt er immer noch auf Platz 3.

Weniger zufrieden mit seinem Abschneiden ist Manfred Nielsen im Standart. Zwei Plätze im Mittelfeld dürften ihn auch im Gesamtklassement aus den Top-Ten geworfen haben.

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Held des Tages: Mit zwei dritten Plätzen in der Klasse 2 mischte Wolfgang Bartling das Feld auf

Für die Überraschung des Tages aber sorgte die Klasse 2, die ein solides Tagesergebnis einfuhr. In jedem der drei Rennen fuhr ein deutscher Pilot auf Platz 3. Im letzten Rennen Kurt Wachkamp – und gleich zweimal Wolfgang Bartling. Balsam auf seine geschundene Seele, nachdem ihm in Folge eines Crashs, an dem er nicht schuld war, am ersten Tag zunächst das Segel riss und dann der Mast brach.


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