Klasse V

Schön war’s, bei den Europameisterschaften in Camiers!

Schon vor der Ankunft wurden wir freundlich begrüßt, mit einem segelwagenbestandenen Kreisverkehr am Ortseingang, mit vielen Flaggen und noch schöneren Begrüßungsschildern. Die Freude steigerte sich dann noch, als wir Piloten die perfekt für die Europameisterschaften der Klassen 2, 3, 5 und Standart geeigneten Örtlichkeiten in Beschlag nahmen. Unmittelbar vor dem großen Festzelt lag die kurze Rampe zum Strand, gleich dahinter fanden alle Segelwagen und Pkw-Anhänger Platz auf dem für die Euro abgesperrten, großen Parkplatz. Hier schlug zwischen dem 01. und dem 07. Oktober 2022 das Herz der Veranstaltung, eingerahmt von Cafés und Bars, diversen Geschäften, Restaurants, Frittenbuden und einem Supermarkt. Weite Wege gab es somit nicht, selbst der Wohnmobilstandplatz lag gleich um die Ecke.

Blick auf den großen Parkplatz, der für die Segelwagen reserviert war

Nach der Eröffnungsfeier am Sonnabend folgten dann erst einmal zwei Flautentage, so dass mehr als genug Zeit zum Wiedersehen und Schnacken blieb. Und natürlich, um die französische Lebensart zu genießen (die Moules wurden direkt neben der Regattastrecke geerntet). Der Yachtclub Au Gré du Vent Camiers hat die Wartezeiten immer wieder durch Verlosungen nach den Briefings verkürzt, bei denen jede Menge an Ausrüstung, Ersatzteilen und auch die eine oder andere Flasche an die Piloten vergeben wurden. Insgesamt war es eine toll organisierte und durchgeführte Veranstaltung.

Am dritten Tag mussten wir dann aber doch segeln, was zumindest auf dem gemeinsamen Kurs der Klassen 5 und der Standarts recht anspruchsvoll war. Denn sowohl der Kreuz- als auch der Halsenteil des Kurses waren gespickt mit Hindernissen, Weichsand und Wasserstellen. Aber die Wettfahrtleitung hat das Beste draus gemacht.

Am nächsten Tag hatten die Piloten dann wieder genug Zeit, um noch einmal über die Fehler des Vortages nachzudenken. Denn am Mittwoch verhinderte Sturm die geplanten Rennen. So wurde der Donnerstag zum zweiten und gleichzeitig vorletzten Wettfahrttag, wobei die „kleinen“ Wagenklassen den Kurs mit den Klassen 2 und 3 tauschten. Gesegelt wurden jeweils zwei gut organisierte und abwechslungsreiche Rennen. Weil das Niedrigwasser immer weiter in die Abendstunden wanderte, kam am Abschlusstag dann nur noch jeweils eine Wettfahrt der 5er und der Standarts zustande. Anstatt der geplanten 12 Wettfahrten wurden somit nur fünf bzw. sechs Rennen in den vier Klassen gesegelt. Mein Eindruck war aber, dass das der Stimmung keinen Abbruch getan hat. Zumindest war die Laune im Festzelt ausgelassen, während der 80er-Jahre Party und am Abschlussabend, als die Preise verteilt und die Cancan Tänzer und Tänzerinnen alles gegeben haben.

Die wilden Iren nach der 80er- Jahre Party in den Straßen von Camiers Foto: IPKSA

Was gab’s sonst noch? Ach ja, in dem Dorf Camiers gab es einen 24-Stunden-Touchscreen-Pizzaautomaten, den wir zum Glück nicht in Anspruch nehmen mussten. Respekt! Falls also jemand an der Tankstelle hängen geblieben ist, weil es kein Benzin mehr gab, musste er zumindest nicht verhungern.

Foto: Angelika Kraja

Und sonst? Ergebnisse natürlich. Die Franzosen waren schnell! In allen Klassen. Die 12 YCSPO-Piloten unter deutscher Flagge haben gekämpft, vereinzelt sogar im ersten Drittel. Dabei hat Jens Markowitz mit dem 5. Platz in Klasse 2 die beste Einzelleistung gezeigt. Medaillen in der Nationenwertung gab es für die Teams der Klassen 2, 5 und Standart. Super schnell war Graeme Grant, der für Irland gestartet ist und Vizeeuropameister im Standart wurde. Congratulations, well done Graeme!

Foto: Walter Carels

Alles in allem behalte ich die Euro als eine schöne und professionell organisierte Veranstaltung in Erinnerung, für die man sich beim Yachtclub Au Gré du Vent Camiers nur bedanken kann.

Als wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht haben, war der Ort zwar nicht mehr ganz so schön beflaggt und beschildert. Aber Schwund ist halt überall…

Text: Kay-Enno Brink, Standart S 711

Fotos: A. Koch


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