Strandsegeln

EM: Doppelpack in der Einheitsklasse

 

Waldemar Konopka auf dem Weg zu Gold

 

Terschelling – Bei der Strandsegler-EM 2019 haben die deutschen Standart-Piloten sensationell einen Doppelsieg eingefahren. Mit der Goldmedaille in der Mannschaftswertung haben sie nach Jahren die Dominanz der Franzosen in der Einheitsklasse gebrochen. 

Düstere Wolken hängen am Finaltag der Europameisterschaft der Strandsegler auf der niederländischen Insel Terschelling über der Nordsee, pusten den Sand waagerecht über den Strand. Peeling-Wetter. Doch im deutschen Team herrscht eitel Sonnenschein. Eine Sensation liegt in der Luft.

Erstmals seit vielen Jahren könnte die Dominanz der französischen Piloten in der Einheitsklasse „Standart“ gebrochen werden. Vor dem letzten Renntag führen zwei Deutsche das Feld an. Manfred Nielsen aus Buxtehude und Waldemar Konopka aus Hamburg, beides Clubkameraden vom Yachtclub Sankt Peter-Ording. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Ruhig bleiben. Und noch steht auch gar nicht fest, ob es überhaupt Rennen an diesem Finaltag geben wird.

Hier geht es zum ganzen Bericht auf floatmagazin.de

Ausscheidungsblock 1 2020

     

 

 Segeln satt

Sonnenschein und die Rufe abziehender Gänseschwärme begleitet die Pilotinnen und Piloten des YCSPO, als sie ihre Yachten vor der Badezone „Bad“ zum Sicherheitsbriefing für die letzte Punkteregatta des Jahres in Stellung brachten. Noch wußten sie nicht, dass dieses Wochenende der ergiebigste Regattatermin seit langem werden sollte.

Bei 3 bis 4 Bft und östlichen Winden zeigte der Strand an beiden Tagen mit vielen kleineren Prilen, Pfützen, weichen Stellen und gelegentlichen Schlammlöchern einmal mehr, warum die Sandbank vor St. Peter-Ording als eines der anspruchsvollsten Reviere im Strandsegeln gilt.

Für die Pilotinnen und Piloten der größeren Klassen diente diese Regatta als letzte Vorbereitung auf die Europameisterschaft auf Terschelling Mitte November 2019. Verstärkt durch Zugänge aus der Klasse Mini,  trat in der Klasse Standart mit elf Pilotinnen und Piloten das größte Teilnehmerfeld an. Nach sieben Wettfahrten gemeinsam mit der Klasse 5 fuhr im Standart Waldemar Konopka vor Kay-Enno Brink auf Platz 1.

Manfred Nielsen reichten vier gewonnene Wettfahrten am ersten Regattatag für einen dritten Platz. In der Klasse 5 punktete Florian Bochdalofski vor Kilian Wucherpfennig. 

Rekordverdächtige sechs Wettfahrten mit kleinen Teilnehmerfeldern konnten in den Klassen II und III gesegelt werden. Hier siegte in der Klasse II Jens Markowitz mit durchsichtigem Segel vor Wolfgang Bartling und Karsten Meyer.

 

Sieger in der Klasse III wurde Roland Gäbler vor Norbert Paulsen und Karl-Heinz Wendisch.

In der Klasse Mini setzte sich bei einem vergleichsweise kleinen Teilnehmerfeld nach neun Wettfahrten auf anspruchsvollen Kursen Rüdiger Grassy recht knapp vor Olaf Weber und Wilhelm Ahrens durch.

Das letzte Punkteregattawochenende des Jahres zählt bereits als erster Block für die Saisonwertung 2020. Einschließlich der sonnabendlichen Party im Clubhaus anlässlich eines Doppelgeburtstages machte es Laune auf mehr im kommenden Jahr.

Zum endgültigen Saisonabschluss treffen wir uns wieder zum SAU-Pokal und Grünkohlessen am 07.12.2019.

Alle Ergebnisse im Einzelnen finden sich hier: http://www.ycspo.de/ergebnisse-2020-2/

Larissa Schippang

Photos von Nahid Gäbler

Europameisterschaft der Mini-Klasse auf Römö 2019

Europameisterschaft der Mini-Klasse auf Römö (Dänemark) vom 26.-29.06.19

„Für einen Novembertag recht warm.“ begrüßte Rennleiter Marc Agthe die 34 für fünf Nationen startenden Pilotinnen und Piloten am Sönderstrand von Röm am ersten Wettkampftag.

Nach den vorangegangenen, auch auf Röm warmen Tagen fegte seit dem Vortag ein stetiger Wind mit 5-6 Bft. bei 18 Grad über die Plate. In bewährter Marnier hatte der schweizerische Rennleiter Marc Agthe einen anspruchsvollen Dreieckskurs gesteckt, auf dem Pilotinnen und Piloten in sechs Rennen gegen die zunehmenden Sandverwehungen kämpften.

Auch am folgenden Wettkampftag mit noch 4 Bft. Wind blieb es im Großen und Ganzen beim gleichen Kurs. Am dritten und letzten Tag waren bei schwachem Wind nur noch zwei Rennen möglich.

Team YCSPO startete für Deutschland mit der zahlenstärksten Mannschaft und insgesamt 18 Pilotinnen und Piloten, darunter viele „Ausflügler“ aus den Klassen 5 und Standart, und interessanten technischen Neuentwicklungen, Prototypen und Eigenbauten. Zudem unterstützte der YCSPO die Veranstaltung mit der Gestaltung und Betreuung der Internetpräsenz und Anmeldung (Sven Harder und Andrea Koch), mit seinem elektronischen Zählsystem unter der Leitung von Sven Harder, mit Flaggen, Fahrzeugen und Absicherung der Strecke (Jürgen Raths), mit tollen Dronenvideos von Kai-Uwe Eilts sowie mit Heia Lange als Präsidenten der Jury und Bruno Lange als mehrsprachiger Assistent von Jury und Rennleitung.

Auf dem Treppchen waren am Ende bekannte, aber auch einige neue Gesichter zu sehen: Bei den Damen siegte Barbara Starke vor Anke Münch im geliehenen Segelwagen und Angela Jacob im selbst genähten Segel (alle YCSPO). Europameister bei den Männern wurde Sven Kraja (Deutschland) vor Jörg Lammerskitten (Schweiz) und Jean-Louis Pinot (Frankreich).

In der Teamwertung war Team Germany mit Sven Kraja, Martin Köhle (Platz 5 in der Gesamtwertung) und Heiko Hartmann (Platz 7) vor Team UK und Team Dänemark erfolgreich.

Alle Ergebnisse finden sich im Detail hier: http://www.ec2019.miniyachts.de/results/

Fotos können hier angeschaut werden: https://sonderstrand.com/

…und Kai-Uwes Filme hier:

https://youtu.be/SuYFICmEGbI

https://youtu.be/iMlXwtGI3Lo

Larissa Schippang

Europameister Sven Kraja (Foto von Kai-Uwe Eilts)

Europameisterin Barbara Starke, 2. Anke Münch, 3. Angela Jacobs (Foto von Sven Harder)

Sticky Post

Go for Gold – 155 Piloten aus 14 Nationen bei der WM

Sankt Peter-Ording (jeb) – Es ist die schnellste Sportart unter Segeln: Strandsegeln. Die GFK-Boliden auf drei Rädern erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern. Nur durch die Kraft des Windes. In Sankt Peter-Ording trifft sich vom 29. September bis 5. Oktober die Elite des spektakulären Sports zur Weltmeisterschaft. 155 Piloten, so werden die Segler offiziell genannt, aus 14 Nationen und von drei Kontinenten nehmen an den Titelkämpfen teil. Gestartet wird in fünf Klassen, die sich nach Größe, Bauart und Segelfläche unterscheiden. Die Rennen werden auf drei unterschiedlichen Kursen gesegelt. 

Die zwölf Kilometer lange Sandbank von Sankt Peter-Ording gilt als das anspruchsvollste Revier in ganz Europa. Keine andere Strecke verändert zwischen Flut und Ebbe so sehr ihr Profil, kommen neue Sandbänke hinzu, fressen sich Priele plötzlich durch die Strecke, entstehen Löcher aus dem Nichts, reißt ablaufendes Wasser tiefe Kanten in den Strand, wechseln sich brettharte Piste und weicher Sand so schnell ab. Spektakuläre Rennen und harte Zweikämpfe bei atemberaubendem Tempo sind garantiert. 

Als deutsche Medaillenhoffnung gilt der Schleswiger Sven Kraja, der in der Klasse 5, der Konstrukteursklasse, startet. National ist er seit vielen Jahren ungeschlagen, international schaffte er es mehrmals aufs Podium. Auf seinem Heimatkurs will er sich nun die Krone holen. Im vergangenen Jahr wurde Kraja in Irland in der Klasse Miniyacht Europameister. 

Den Weltmeistertitel in dieser Klasse peilt Sven Harder (Sankt Peter-Ording) nun an. In Irland wurde hinter Kraja Vize-Europameister. Bei den Miniyachten sind die deutschen Seglerinnen eine Bank. Mit Barbara Starke (Hamburg) und Gitta Steinhusen (Schleswig) gehen die erste und die zweite der vergangenen Europameisterschaft an den Start.

In der Klasse 2, der größten Segelklasse, wollen Schwachwindspezialist Kurt Wachkamp (Hattingen) und Sturmsegler Jens Markowitz (Juist) ihren Heimvorteil ausnutzen. In der Einheitsklasse Standart will Waldemar Konopka (Hamburg) seinen dritten Platz bei der letztjährigen EM wiederholen. Aber auch mit Manfred Nielsen (Buxtehude) und Roland Hess (Pinneberg) muss zu rechnen sein.

Das größte Teilnehmerfeld stellt mit 38 Startern die Klasse 3, die schnellste und spektakulärste Klasse. Gleich vier Piloten aus Deutschland haben das Potenzial auf den Podiumsplätzen zu landen. Arnd Mahrt (Sankt Peter-Ording) ist EM-Dritter des Vorjahres, Hans-Werner Eickstädt (Emmerich) Deutscher Rekordmeister. Arne Kelm (Kiel) machte bislang das deutsche Trio perfekt. Zu dieser Spitzengruppe hat dieses Jahr Roland Gäbler aufgeschlossen. Der fünfmalige Olympiateilnehmer im Tornado, Welt- und Europameister will seine Erfolge auf dem Wasser auch auf dem Strand feiern. 

Die Teilnehmer an der WM kommen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, der Schweiz, Italien, Griechenland, den USA, Chile, Argentinien und Neuseeland. Und natürlich Deutschland.

Die Rennen beginnen am Sonntag, 30. September, um 9 Uhr auf der Sandbank in Sankt Peter-Ording. Jeden weiteren Tag verschiebt sich die Startzeit um 45 Minuten nach hinten. 

Internationale Deutsche Meisterschaft

Die letzten Tage des Sommers: Deutsche Meisterschaften im Strandsegeln 2019

Der (kalendarische) Sommer 2019 präsentierte sich an seinen letzten Tagen mit Sonnenschein und fast 20 Grad, als sich Deutschlands Strandsegler erstmals nach der Sommerpause wieder zum Regattasegeln in St. Peter-Ording trafen, diesmal um die Deutsche Meisterschaft.

Doch bei Sonnenschein und fast 20 Grad bewegte am Sonnabendmorgen kein Lüftchen die Fahnen auf dem Yachthafen. Statt zu segeln, nutzten die Pilotinnen und Piloten den Tag, um sich nach der Sommerpause über die neuesten Ideen auszutauschen oder schon einmal ihre Yachten durch knietiefen weichen Sand vom Strandweg bis vor die erste Düne zu bringen.

  

Am Abend wurde beim YCSPO-Oktoberfest bei Spanferkel im neu verschalten und mit neuen Sonnenschirmen vom Sponsor Budvar ausgestatteten Clubhaus zünftig in Lederhose, Dirndl und Fischerhemd gefeiert.

Am Sonntagmorgen wehte der Wind dann mit 3 Bft. von Ost bei schönsten Sonnenschein und ermöglichte in den Klassen 2, 3, 5 und Standart jeweils drei Rennen, während in der Klasse Mini insgesamt fünf Läufe gesegelt werden konnten. Für eine deutsche Meisterschaft reichte es aufgrund zu kleiner Teilnehmerfelder lediglich in den Klassen 2 und Mini.

Vor der Preisverleihung wurde ein neuer, aus Spenden der Nord-Ostsee-Sparkasse, Frogsails, der Strandsegelschule und Einzelspenden finanzierte Vereinswagen der Klasse Mini eingeweiht. Reneé Beugholt, neueste Pilotin im Verein, taufte ihn auf den Namen „Speedster“.

Der Titel eines deutschen Meisters im Strandsegeln in der Klasse 2 ging an Christian Düber vor Jens Markowitz und Wolfgang Bartling. Als bester Pilot in der Klasse 3 siegte Arne Kelm vor Arnd Mahrt und Karl-Heinz Wendisch. In der Klasse Standart wurde Waldemar Konopka als bester deutscher Pilot vor Anke Münch und Manfred Nielsen ermittelt. Bester in der Klasse 5 wurde Sven Kraja vor Heiko Hartmann und Wolfgang Bischoff. In der Klasse Mini, mit 20 startenden Yachten das größte Teilnehmerfeld, setzte sich Dirk Franke als deutscher Meister 2019 vor Martin Köhle und Rüdiger Grassy durch. Alle Ergebnisse finden sich wie gewohnt auf http://www.ycspo.de/ergebnisse-2018-2/

Larissa Schippang

Photos von Nahid Gäbler

(Fast) nichts Neues beim Vorstand

Sankt Peter-Ording (jeb) Und schon wieder sind zwei Jahre vergangen. Das merken Mitglieder des Yachtclubs Sankt Peter-Ording immer daran, dass Neuwahlen des Vorstandes auf die Tagesordnung bei der Hauptversammlung drängen. Am Karfreitag war es wieder soweit.

Um es vorweg zu nehmen: Überraschungen gab es keine. In den nächsten zwei Jahren wird weiterhin Christoph Hanke den Verein als Präsident repräsentieren, unterstützt vom 2. Vorsitzenden Karsten Meyer. Auch die anderen Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern bestätigt. Andrea Koch als Finanzvorstand, Andreas Pawlik als Sportwart, Paul Mahrt als Technikwart, Sven Harder, der sich um die wichtigsten Mitglieder kümmert, die Jugendlichen, Jens Brambusch als Pressewart – und natürlich die unersetzbare Kirsten „Kirsche“ Anton, die heimliche Chefin des Vereins, ohne die nichts laufen würde. Unsere „General“-Sekretärin.

Jürgenvorstand  Gestatten: Jürgen Raths

Verlassen hat den Vorstand der Hobie-Cat-Segler Lars Reinecke als Beisitzer. Als Nachfolger gewählt wurde Jürgen Raths. Bei Regatten ist der fleißige Flaggenwart im Helferteam schon lange nicht mehr wegzudenken. Bereits bevor die Piloten ihre Yachten präparieren, packt er den Hänger für die Regattastrecke, baut auf, sichert ab und hat auf seinem Quad immer ein wachsames Auge auf gestrandete Segler. Er hilft, birgt und versorgt. Auch im Clubhaus bringt er sich ständig ein. Eine gute Wahl!

WWW.YCSPO.DE

Moin alle miteinander!

ich wollte nur kurz vermelden, dass die neue Seite online ist. Viel Spass beim Stöbern!

Momentan funktionieren noch nicht alle Bildverlinkungen, z. B. die Galeriebilder der Piloten.

 

Diese sind beim Umzug vom Test- auf den richtigen Server kaputt gegangen. Wir werden in den nächsten Tagen diese Bilder reparieren.

Wenn ihr Fragen habt, meldet euch bitte bei mir.

Klaas Mahler 0177-85 05 102  klaas@mahler-design.de

 

Viele Grüße von Klaas

Die Geschichte des Strandsegelns

Strandsegler sind Menschen, die zum Glück alles andersrum machen: Sie fahren mit Schiffen über Land und setzen Segel auf Rennwagen. Sie geniessen die schönsten Strände, wenn Andere kalte Füsse kriegen – bei Wind und Wetter. Der Sport ist 400 Jahre alt, aber immer noch ein Hobby für Wagemutige im kleinen Kreis. Geboren als Zeilwagenrijden in Holland und Belgien, gepflegt als Char à voile in Nordfrankreich und als Sand Yachting in England, längst angekommen in Deutschland und frisch entdeckt in Australien. Nur die besten und die grössten Strände sind gerade gut genug! Eine Kostprobe für Interessierte. von Jens Brambusch

Wenn die Flut ihren höchsten Stand hat, das Wasser langsam wieder weicht, das Meer Meter für Meter von dem endlos scheinenden Strand ausspuckt, Sandbänke aus der grauen Nordsee wie aus dem Nichts auftauchen, dann beginnt die Hektik im Yachthafen von Sankt Peter-Ording. Masten werden gesetzt, Segel gehisst, Winschen kreischen, Schoten ächzen. Männer und Frauen zwängen sich in Trockenanzüge, die Gummimanschetten fressen sich in Hals und Arme. Unter den Visierhelmen lugen nur die wachen Augen angestrengt hervor.

Spuren im Sand

Dann geht es los. Yacht für Yacht verlässt den Hafen. Zurück bleiben tiefe Spuren – im Sand. Das Wasser, es ist hunderte Meter entfernt. Wie eine Mondlandschaft liegt die breite Plate zwischen den Dünen und der Wasserkante. Diese einzigartige Landschaft und die kilometerlange Sandbank südlich des großen Steges in der Ortsmitte sind das Revier der Strandsegler von Sankt Peter-Ording.

Der Yachthafen ist der einzige seiner Art in Deutschland. Nicht Boote liegen hier, sondern Dutzende Landyachten. Hochgerüstete Boliden aus Kunststoff und Kohlefaser. Strandsegler, die auf drei Reifen über den Sand sausen, lautlos getrieben vom Wind, auf Geschwindigkeiten wie sie sonst nur auf Autobahnen erlaubt sind. Je nach Klasse und Größe kosten die Segelwagen bis zu 20.000 Euro.

Strandsegeln gehört zu Sankt Peter-Ording wie die Pfahlbauten und die salzige Luft. Der Ort an der Spitze der Halbinsel Eiderstedt ist das Mekka einer Sportart, die sonst nur noch auf den Ostfriesischen Inseln wie Borkum, Langeoog, Juist oder Norderney ausgeübt werden kann. Nirgendwo sonst in Deutschland bietet die Natur diesen harten Strand, kilometerlange Pisten über weite Sandbänke und tiefe Priele.

Das anspruchsvollste Revier in Europa

Die Ehrfurcht vor dem Strand in Sankt Peter-Ording ist groß. Er gilt als der anspruchsvollste in ganz Europa, keine andere Strecke verändert binnen weniger Stunden so sehr ihr Profil, kommen neue Sandbänke hinzu, fressen sich Priele plötzlich durch die Strecke, entstehen Löcher aus dem Nichts, reißt ablaufendes Wasser tiefe Kanten in den Sand. Vor vier Jahren, bei der letzten Europameisterschaft in Deutschland, wurde in einem Rennen das halbe Feld der Klasse “Standard” aufgerieben. Rümpfe barsten, Masten brachen als Dutzende Piloten in einem Priel baden gingen.

Aus einem Hobby von verrückten Deichbewohnern ist eine anerkannte Sportart geworden. In Frankreich gibt es Hunderte Aktive, die an der Kanal- und Atlantikküste trainieren, ebenso in Belgien und den Niederlanden. In Großbritannien bietet die Westküste bei Liverpool großartige Strände, doch die meisten britischen Landsegler trainieren auf stillgelegten Flugplätzen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Strandsegeln professionalisiert. Es gibt Bootsbauer, die sich auf Landyachten spezialisiert haben – in Frankreich, in Belgien und auch in Deutschland. In Hamburg entwirft Bernard Morel seine “Extreme”-Yachten. Strandsegler, gebacken aus glasfaserverstärktem Kunststoff, gestaltet am Computer, mit Laser vermessen und im Windkanal erprobt.

Es ist wie in der Formel-1

Der Schleswiger Segelmacher Sven Kraja rüstet mit seinen Frog Sails die Flotte aus. “Es ist wie in der Formel-1?, sagt Kraja, der 2012 Weltmeister in der Klasse Miniyachten im Strandsegeln geworden ist. Die Entwicklung geht immer weiter. Neue Schnitte, neue Materialien, neue Nähte. “Wenn man überlegt, dass selbst bei einem Fussball die Nähte darüber entscheiden, wie weit der Ball fliegt, wie er sich dreht, dann kann man sich vorstellen, wie wichtig das erst bei Segeln ist.” Die technische Entwicklung beim Strandsegeln, sagt er, “hört nie auf.”

Dabei gehen die Ursprünge des Strandsegeln viele Jahrhunderte zurück. Erstmals tauchten sie in Europa um 1600 auf. Inspiriert von Lastenseglern auf Rädern in China entwickelte der Physiker und Wasserbauingenieur Simon Stevin für den niederländischen Fürsten Moritz von Oranien den ersten Segelwagen. Zusammen mit dem Fürsten und 26 Gästen segelte Stevin unter einem riesigen Segel 95 Kilometer am Meer entlang. In weniger als zwei Stunden. Vor 400 Jahren eine Sensation.

Geschustert aus Fahrrädern, geschweißt aus Autoersatzteilen

Noch in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts glichen die Segelwagen in Sankt Peter-Ording abenteuerlichen Kreationen eines Daniel Düsentriebs. Zusammengeschustert aus Fahrrädern, geschweißt aus Autoersatzteilen und unter riesigen Segeltüchern sind da die Segler noch über die Strände gebrettert.

Davon ist heute nichts mehr zu merken. Strandsegeln ist in der Welt des Sports angekommen. Der Strandsegel-Weltverband FISLY hat sechs verschiedene Klassen lizensiert, die jeweils strenge Anforderungen erfüllen müssen. Sie unterscheiden sich in Konstruktion, Größe, Gewicht und Segelfläche. Fast alles ist penibel vorgeschrieben, ähnlich wie beim Wassersegeln. Die Segler, Piloten genannt, benötigen einen speziellen Schein für das Strandsegeln. Denn zwischen dem Segeln auf dem Wasser und dem Land liegen Welten.

Weit über 100 Stundenkilometer

Erst sind es nur kleine schwarze Striche, die senkrecht in den Himmel stechen. Dort, wo der Strand in den Horizont übergeht. Doch schnell werden sie größer, ein leises sonores Surren wird lauter. Muschelschalen bersten auf dem harten Sand, in den Prielen spritzen Wasserfontänen in die Höhe. Sekunden später sind die schwarzen Striche schon als Masten zu erkennen. Mit weit über 100 Stundenkilometern kommen sie fast lautlos näher.

Die kräftige Seebrise zerrt an Schoten und Wanten, umströmt die Segel wie eine Tragfläche und peitscht die flachen Kisten über die Sandbank. In den Wenden und Halsen schliddern die dreirädrigen Wagen in atemberaubenden Zweikämpfen über den Strand, steigen mit einem Rad dramatisch in die Höhe, um dann vom Piloten gefühlvoll wieder auf den Boden gesetzt zu werden.

Strandsegler können problemlos die dreifache Windgeschwindigkeit laufen. Wegen der enormen Geschwindigkeit bläst der scheinbare Wind immer von vorne, auch wenn der wahre Wind von hinten kommt. Nur wenn die Strömung im Segel abreißt, der Tragflächeneffekt versiegt, verlieren die Wagen an Fahrt, saugen sich die Reifen im Sand fest.

Das Spiel mit Schot – Millimeterarbeit

Nur wer das millimetergenaue Spiel an der Schot versteht, kann die Geschwindigkeit halten. Nur wer den Strand lesen kann, wird vorne mitfahren. Die anderen enden in den Prielen, die eben noch einer Pfütze glichen, Minuten später aber schon reißende Bäche sein können, und bleiben im weichen Sand stecken oder versacken in tiefen Schlammlöchern.

Es ist eine bunte Truppe, die sich dem außergewöhnlichen Sport verschrieben hat. Längst sind es nicht mehr nur Eingeborene aus Sankt Peter-Ording, die zu Regatten und Trainingseinheiten die endlosen Strände entlangsegeln. Die Wagemutigen kommen aus ganz Deutschland nach Sankt Peter-Ording. Viele aus Hamburg und Niedersachsen, aus Nordrhein-Westfalen und Berlin und sogar aus Bayern. Unter ihnen sind reife Akademiker und junge Draufgänger, gesetzte Unternehmer und wilde Kreative – Männer und Frauen, Studenten und Grossväter. Teils Verrückte, die für ihren Sport keine Mühen scheuen. Tausende Kilometer legen sie jedes Jahr im Auto samt Anhänger zurück, um an Regatten in Frankreich, Belgien oder den Niederlanden teilzunehmen. Tagelange An- und Abfahrten für wenige Stunden segeln – oder Frust, wenn gar kein Wind weht.

Strandsegeln lernen

Strandsegeln lernen kann jeder. In der Strandsegelschule Nordwind, direkt am Yachthafen in den Dünen, bringt Segellehrer Sven Harder jede Woche Neugierigen den außergewöhnlichen Sport näher. Von mehrstündigen Schnupperkursen über Wochenendkurse bis hin zu der Pilotenlizenz bildet Harder die Strandsegelnovizen aus. Viele von ihnen lassen sich infizieren von diesem ungewöhnlichen Sport, sind schon wenig später Teil des internationalen Rennzirkus.

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Grünkohlessen 2019

07.12.19 Grünkohlessen Beginn 18.30 Uhr mit der Hauptversammlung, ab 19.30 Uhr Essen Ort: Cafe Köm in St. Peter-Ording  

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